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feministisch.katholisch.jetzt?!

Zwischen Lebensschutz und Selbstbestimmung

15 min31 juli 2026

In dieser Folge von feminitisch.katholisch.jetzt?! sprechen wir über den Paragraphen 218 des StGB. Im Mittelpunkt steht das Positionspapier der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), das nach einem intensiven Meinungsbildungsprozess entstanden ist. Die Folge zeigt, warum es gerade bei ethischen Fragen keinen schnellen Schlussstrich braucht, sondern Räume für Zuhören, Gewissensfreiheit, Verantwortung und konkrete Unterstützung für Schwangere im Schwangerschaftskonflikt.
Marie Lacaille und die Perspektive des kfd-Diözesanverband Freiburg

Zu Gast ist Marie Lacaille, geistliche Leiterin der kfd im Diözesanverband Freiburg. Die kfd ist einer der größten katholischen Frauenverbände Deutschlands und setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. In der Erzdiözese Freiburg ist sie mit mehr als 300 Gruppen stark verankert. Marie Lacaille war am Meinungsbildungsprozess zum Positionspapier Zwischen Lebensschutz und Selbstbestimmung beteiligt und berichtet, wie Frauen mit sehr unterschiedlichen Haltungen zu Paragraph 218, Schwangerschaftsabbruch und Beratungspflicht miteinander im Gespräch geblieben sind.
Was das Positionspapier stark macht

Die zentrale Botschaft der Folge: Die kfd will die Spannung zwischen dem Schutz ungeborenen Lebens und der Selbstbestimmung Schwangerer nicht kleinreden, sondern bewusst aushalten. Marie Lacaille beschreibt das Papier als pastoralen Text, der die Schwangeren, ihre Lebenssituationen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen in den Mittelpunkt stellt. Wichtig ist der Gedanke einer verständnisvollen Zuwendung zu Schwangeren: Sie brauchen sichere Rahmenbedingungen, professionelle Beratung, Unterstützung ohne Druck und keine Stigmatisierung. Besonders deutlich wird die soziale Dimension: Lebensschutz endet nicht mit der Geburt. Wenn Kinder für Gebärende, Alleinerziehende oder kinderreiche Familien zum Armutsrisiko werden, braucht es politische Antworten wie Kindergrundsicherung, armutsfeste Sozialleistungen, kostenfreie Kinderbetreuung und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Damit verschiebt die Folge den Blick vom reinen Streit um Paragraph 218 hin zur Frage, wie eine Gesellschaft Leben tatsächlich schützt.
Weiterführende Verweise aus der Folge

1. Positionspapier der kfd: Zwischen Lebensschutz und Selbstbestimmung

2. Paragraph 218 Strafgesetzbuch: rechtliche Regelung zum Schwangerschaftsabbruch in Deutschland

3. ELSA Studie der Bundesregierung: Forschung zu Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt Schwangerer

4. Impulse von Antje Schrupp und der Prozess der evangelischen Frauen zum Thema Schwangerschaftsabbruch

5. Enzyklika Humanae vitae von Papst Paul VI. und die kirchliche Debatte über Verhütung und Sexualmoral

6. Weitere Informationen zur Arbeit von feminitisch.katholisch.jetzt?! über die im Podcast genannte Webseite

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