
Gabriel Fauré: Trio op. 120 – spätes Licht in d-Moll
Om avsnittet
Mit 77 Jahren, fast taub und längst im Ruhestand, fürchtet Gabriel Fauré vor allem eines: Langeweile. Also schreibt er ein Klaviertrio – und klingt darin moderner als viele Komponisten, die halb so alt sind.
Zwischen Faurés romantischen Anfängen und diesem Trio liegen Welten. Kirchentonarten treffen auf frei behandelte Formen, die drei Instrumente reichen sich Motive wie in einem Kanon weiter, die Harmonik bleibt in der Schwebe. Im Finale taucht sogar eine Melodie auf, die verdächtig an „Lache, Bajazzo“ erinnert – Fauré erklärt die Ähnlichkeit für rein zufällig. Bei der Uraufführung zu seinem 78. Geburtstag fehlt der kranke Komponist; kurz darauf spielen Alfred Cortot, Jacques Thibaud und Pablo Casals das Werk. Faurés Freunde reagieren begeistert und beinahe beunruhigt: „Wenn er hundert Jahre alt wird, wie weit wird er gehen?“
Wenn dir die Musik von Gabriel Fauré gefällt, solltest du unbedingt auch sein Requiem hören – dort zeigt er ebenfalls, wie große Gefühle ohne großes Pathos auskommen. Oder Ravels Klavierkonzert für die linke Hand: Faurés ehemaliger Schüler treibt die französische Klangsprache darin noch weiter ins 20. Jahrhundert. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Gabriel Fauré: Trio für Klavier, Violine und Violoncello d-Moll op. 120
Trio Wanderer
Höre dir hier das Album an.
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Team hinter dieser Folge:
Autor & Host: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
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