Zero Emission: Erkenntnisse der Handelsblatt-Jahrestagung Nutzfahrzeuge
Die Transport- und Logistikbranche ist mit gewaltigen Herausforderungen konfrontiert. Die EU-Flottenziele sehen eine CO2-Minderung um 90 Prozent bis 2040 vor. In einem Zwischenschritt müssen die CO2-Emissionen bis 2030 bereits um 45 Prozent sinken. Das dürfte angesichts der zurzeit noch überschaubaren Zulassungszahlen von Null-Emissions-Lkw ein ziemlicher Kraftakt werden. Wie ein roter Faden zogen sich diese Erwartungen und die Antworten der Hersteller und Logistiker darauf auch durch die Jahrestagung Nutzfahrzeuge 2026 des Handelsblatts in München.
Einer der Moderatoren und Organisatoren der renommierten Jahrestagung ist der langjährige Fachjournalist Thomas Rosenberger. In unserem Podcast AntriebsWEDE & ModeRATHMANN schildert er seine Eindrücke und Erkenntnisse der Veranstaltung, die mit hochkarätigen Referenten aus der Fahrzeugindustrie, der Logistik, Politik und Verbänden besetzt war. „Die Dekarbonisierung der Flotten ist alles andere als banal“, sagt der Branchenkenner – dieses Statement habe den ersten Tag geprägt und sei so etwas wie die Spaßbremse gewesen. Denn die EU-Länder hinken den Erwartungen deutlich hinterher, was die Neuzulassungen von Null-Emissions-Lkw angeht. Es gebe eine Riesenlücke von der Ist- zur Solllinie. Der Handelsblatt-Moderator sieht aber auch positive Entwicklungen: „Die Flotten müssen etwas tun und wollen etwas tun.“ Er habe in die Runde der versammelten Transportunternehmer gefragt: „Werdet Ihr mit Eurer eigenen Flotte 33 Prozent Elektro-Anteil bis 2030 erreichen?“ Mehrere Hände gingen daraufhin in die Höhe. „Das war der Hoffnungsschimmer, das hätte ich so nicht erwartet.“
Insofern ging von der Jahrestagung auch viel Zuversicht aus. Denn – so die Experten-Einschätzung: Haben Flotten bis 2030 einen Elektro-Anteil von einem Drittel, wäre das Flottenziel erreicht. Eine weitere Erkenntnis war, dass es nur gemeinsam funktioniert, wenn also alle Akteure ihre Kräfte bündeln. Die Bundesregierung hat soeben ein Förderprogramm mit einem Volumen von einer Milliarde Euro auf den Weg gebracht, um den Hochlauf von Ladeinfrastruktur bis 2030 zu unterstützen. Die Fahrzeughersteller sind, was Elektro-Lkw angeht, quasi durch die Bank lieferfähig – und das nahezu über das komplette Produktportfolio hinweg. Hinzu kommen weitere Akteure aus Fernost wie BYD, Sany und Superpanther, die ebenfalls auf den europäischen Markt drängen und ins Programm eingebunden waren. Zusätzlich zeigten Praxisbeispiele aus der Logistik, wie Flottenbetreiber heute schon Verkehre mit Elektro-Lkw wirtschaftlich realisieren können.
Das zeigt: Die Transformation ist durchaus anspruchsvoll, aber schon in vollem Gange. Hinzu kommt, dass auch die Kostensteigerung auf fossile Energieträger ein Treiber für die Transformation ist – auch darin herrschte bei dem Event Einigkeit.
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