Sveriges mest populära poddar
Der Kita Podcast für bedürfnisorientierte Pädagogik

#120 - Regulation im Fokus: Selbstregulation und Co-Regulation mit Ineke Eilers

55 min30 april 2026

Emotionsregulation und Entwicklung

Selbstregulation ist eng mit der Entwicklung der exekutiven Funktionen verknüpft — also Arbeitsgedächtnis, Impulskontrolle und kognitiver Flexibilität. Diese entwickeln sich sehr langsam und erfahren zwischen fünf und sechs Jahren einen ersten großen Sprung. Die volle Reife dieser Funktionen ist erst mit etwa 25 Jahren erreicht. Fachkräfte können also davon ausgehen, dass auch Grundschulkinder noch regelmäßig Unterstützung brauchen — und das ist kein Drama.

Das Stresstoleranzfenster

Ineke beschreibt das Nervensystem anhand des Stresstoleranzfensters: In der Mitte liegt der grüne Bereich — ausgeglichene Herzfrequenz, Atmung und Muskelspannung. Nach oben gibt es den aktivierten, roten Bereich (Stress, Kampf-Flucht), nach unten den Freeze-Zustand. Gesundheit bedeutet nicht, immer auf der Nulllinie zu sein, sondern gut zwischen Anspannung und Entspannung zu pendeln. Viele Menschen hängen jedoch dauerhaft im roten Bereich — das gilt besonders für Fachkräfte in Kitas.

Warum "Beruhig dich!" nicht hilft

Wer sich in hoher Anspannung befindet, hat den Körper auf Kampf oder Flucht vorbereitet. Muskelspannung und Stresshormone müssen aktiv abgebaut werden — am besten durch Bewegung. Einfach hinsetzen führt zu angepasstem Verhalten, aber nicht zu echter Regulation. Das gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene.

Selbstregulation vor Co-Regulation

Wenn Fachkräfte selbst gestresst sind, senden sie — ob sie wollen oder nicht — Stresssignale aus: veränderte Mimik, Stimmlage, Körperhaltung, schnelle Bewegungen. Kinder, die auf diese Person angewiesen sind, registrieren das sofort und fahren ihr eigenes Nervensystem hoch. Eine Negativspirale entsteht. Deshalb gilt: erst selbst regulieren, dann das Kind begleiten. Ineke empfiehlt, den eigenen Körper als erste Anlaufstelle zu nutzen — zum Beispiel durch bewusstes, tiefes Ausatmen.

Fachkräfte und ihr eigenes Stressmaß

Viele Fachkräfte merken erst gegen Ende des Arbeitstages, wie hoch ihr Stress tatsächlich war. Ineke empfiehlt, sich im Laufe des Tages immer wieder kurz einzuchecken: Wie geht es mir gerade? Was brauche ich? Auch im Team kann das helfen — zum Beispiel durch morgendliche Check-ins oder vereinbarte Codewörter als Signal für Überforderung. Wichtig ist eine gute Fehlerkultur, in der das Abgeben als professionelle Stärke gilt.

Neurodivergente Kinder und Dysregulation

Neurodivergente Kinder fahren ihr Nervensystem oft schon im Alltag auf einem höheren Grundniveau — viele kompensieren das tagsüber und zeigen die Dysregulation erst zu Hause. Ineke empfiehlt, Dysregulation frühzeitig zu erkennen, bevor das Kind vollständig aus dem Fenster fällt. Besonders hilfreich: regulierende Sinneserfahrungen — taktile, propriozeptive, akustische oder visuelle Reize, je nach individuellem Bedarf des Kindes.

Veröffentlichungen zur ACE-Studie:

Mehr über Ineke:

Vortrag mit Ineke: Reguliert sein, um regulieren zu können: https://www.bo-paedagogik.de/programm/reguliert-sein-um-regulieren-zu-koennen

Mehr von der Bo-Akademie:

Kontakt zu Lea:

Werbepartner Pädiko:

Fler avsnitt av Der Kita Podcast für bedürfnisorientierte Pädagogik

Visa alla avsnitt av Der Kita Podcast für bedürfnisorientierte Pädagogik

Der Kita Podcast für bedürfnisorientierte Pädagogik med Lea Wedewardt finns tillgänglig på flera plattformar. Informationen på denna sida kommer från offentliga podd-flöden.