Zu viert unterm Tamarindenbaum
Immer wieder wird nachgeschenkt. Bubu Fiel und seine drei Freunde stürzen den Rum runter, als sei‘s Wasser. Wie jeden Sonntag haben sich die vier zum Domino getroffen. „Doppeltes Spiel“ heißt Frank Martinus Arions Roman daher auch. Gemeinsam sitzen sie bei Bubu unterm Tamarindenbaum. Doch dieser Sonntag ist anders. Normalerweise wird groß palavert, und man drischt die Steine fluchend auf den Tisch. Bisschen Drama muss sein. Diesmal aber herrscht ein fast tödlicher Ernst. Chamon und Janchi ziehen Bubu und Manchi über den Tisch. Aber sowas von! Anfangs wird noch viel geredet, auch über die Kolonialzeit und die Politik, nach einer Weile aber wird taktiert und dabei gegrübelt: was jeden der Männer an genau diesen Dominotisch führte und wie es danach weitergehen kann. Doch am Ende liegt einer erstochen am Boden.Mord zum Sonntag
„Doppeltes Spiel“ erzählt von einem einzigen Sonntag auf der Karibikinsel Curaçao. Und entfaltet dabei ein ganzes Inselpanorama. Der Roman erschien im Original schon 1973, wurde aber erst vor einer Weile sehr lässig von Lisa Mensing ins Deutsche übersetzt. Der Roman ist die reinste Pracht: dramatisch, böse und auch sehr, sehr witzig. Erstaunlicherweise hat Arion diese Männerpartie „Den mutigen Frauen“ gewidmet. Warum das? Weil die Frauen der vier Dominosportsfreunde im Hintergrund nochmal ganz eigene Sachen abdealen. Muss man lesen! Ein moderner Klassiker von Curaçao. Ein domino-karibisches Fundstück.Fler avsnitt av SWR Kultur lesenswert - Literatur
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