F, H, Dis, Gis – was können vier Töne schon anrichten? Ganz schön viel, wie der sogenannte „Tristan-Akkord“ zeigt: In Richard Wagners Oper „Tristan und Isolde“ erklingt er gleich zu Beginn, hält seine dissonante Spannung aber für Stunden. Und die Fachwelt seit über einem Jahrhundert gebannt. Der Akkord habe die „Harmonik gesprengt“ und die Musik in eine „Krise“ gestürzt, heißt es. Musikwissenschaftler debattieren darüber, wie sie diesen seltsamen Akkord überhaupt nennen und einordnen sollen. Er passt einfach nicht ins gewohnte System!
Und Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz fragen sich in dieser Folge, was der diabolische Richard Wagner da schon wieder angestellt hat. Wie kann man endloses Verlangen und unstillbare Sehnsucht so effektiv in ein paar Töne packen? Hat Wagner den Akkord eigentlich erfunden? Und was hat ihn geritten, einen derart schrägen Klang hinzustellen und einfach stehen zu lassen? „Die harmonische Welt war danach nicht mehr dieselbe“, sagt Wilhelm Sinkovicz. Denn was Wagner sich hier für einen Akkord „erlaubte“, eröffnete bald eine ganze neue Epoche der Musikgeschichte.
Über den Podcast In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.
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