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Filmemacherin Irene Langemann empfiehlt Ulla Hahn

2 min10 april 2026

In Sibirien stigmatisiert als Faschistin

Die Filmemacherin Irene Langemann stammt aus Sibirien. Issilkul heißt ihr Heimatstädtchen im Oblast Omsk, das sie als junge Frau verließ, um in Moskau zu studieren und am Theater zu arbeiten. 1990 übersiedelte sie nach Deutschland, denn sie kommt aus einer russlanddeutschen Familie. In Köln fand sie eine neue Heimat.

Der Makel der Herkunft

In der Kölner Gegend spielen auch die Romane von Ulla Hahn, die Irene Langemann viel bedeuten. Vor allem Hahns Coming-of-Age-Geschichte „Das verborgene Wort“ wurde wichtig für Langemann. Darin geht es um die junge Rheinländerin Hilla Palm, der es gelingt, sich aus einem beengenden und streng katholischen Umfeld freizukämpfen. „Als Leserin hat mich das Buch sehr bewegt, denn das Thema, der vermeintliche Makel der Herkunft, beschäftigt mich auch“, sagt Irene Langemann auf SWR Kultur. „Ich wurde in Sibirien in eine deutsche Familie geboren und bin dort als Deutschstämmige als Faschistin stigmatisiert worden.“

Inspiration durch die Romane von Ulla Hahn

Heute ist Irene Langemann bekannt für ihre hervorragenden Dokumentarfilme, die zwischen Deutschland und Russland oszillieren. Zuletzt erschien mit „Das Gedächtnis der Töchter“ ihr erster – autobiographisch inspirierter – Roman. Darin erzählt sie die sechs Generationen umspannende Geschichte einer deutschen Aussiedlerfamilie in Sibirien. Auch beim Schreiben des Romans fühlte sich Langemann inspiriert von Ulla Hahn: der „Präzision ihrer Milieubeschreibungen“ und ihrer „Sprachfantasie und Poesie“, sagt sie.

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