Lyrikleser*innen immer jünger
Im Mai trat die kanadische Lyrikerin Anne Carson in der Berliner Akademie der Künste auf. Sie las dort ihren Text „Lecture on the History of Skywriting”. Der Saal war rappelvoll. Rund 700 zumeist sehr junge Zuschauerinnen und Zuschauer waren gekommen.
Den Lyrik-Verleger Jo Frank vom Verlagshaus Berlin wundert das nicht. „Seit etwa zehn Jahren nehmen wir wahr, dass unsere Leser*innen immer jünger werden“, sagt er auf SWR Kultur. Lyrik verkaufe sich auch immer besser.
Der Charme der kurzen Form
Was suchen und finden junge Leserinnen und Leser in der Lyrik? Jo Frank berichtet von wichtigen Themen in der Lyrik, von ihrer politischen Relevanz und auch vom Charme der kurzen Form. Lyrik wagt ständig Neues, experimentiert manchmal aber auch mit Splittern lyrischer Klassiker.
„Den Elfenbeinturm haben wir abgerissen“, zitiert Jo Frank aus dem Punk-Essay des Dichters Mátyás Dunajcsik. Also ab in die Trümmer: „Ihr findet uns hier unten. Hier fühlen wir uns ganz wohl.“
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