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Warum der Literaturnobelpreis für László Krasznahorkai eine sehr, sehr gute Entscheidung ist

6 min10 oktober 2025
Im Jahr 1993 ging der erste Preis der SWR Bestenliste an den 1954 geborenen Ungarn für den Roman „Melancholie des Widerstands“. Frank Hertweck erinnert sich an die Preisverleihung in Baden-Baden, bei der der stille und eher zurückhaltende Krasznahorkai fast ein wenig eingeschüchtert gewirkt habe. Der Nobelpreis für Krasznahorkai sei eine „sehr sehr gute Wahl“, so Hertweck.

Mechanismen von Populismus

Er hob zwei Bücher hervor, die bei ihm besonderen Eindruck hinterlassen haben: Zum einen den Roman Baron Wenckheims Rückkehr, ein Buch in der Tradition Gogols, das zum einen mit viel Humor arbeite, zum anderen aber auch die Mechanismen von Populismus herausarbeite und Krasznahorkai damit auch als politischen Autor kennzeichne.

Bach gegen Rechtsextremismus

Zum anderen empfahl Hertweck Krasznahorkais letzten Roman „Herscht 07769“, ein kunstvolles Werk, das nur aus einem einzigen Satz besteht und in einer thüringischen Kleinstadt spielt. Darin wird eine leicht melancholische Figur von Rechtsextremen infiltriert. Ein Mann, der zum Apokalyptischen neige und zugleich ein großer Bewunderer des Komponisten Johann Sebastian Bachs sei. Viel Sarkasmus, viel dunkler Humor und formal komplexe Gegenwartsbeschreibung: „Es macht viel Spaß, das zu lesen“, so Hertweck.

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