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WDR Zeitzeichen

Der "rote Elvis": DDR-Country-Star Dean Reed

15 min13 juni 2026

In den USA erfolglos, zieht Reed in die DDR. Dort wird der marxistische Sänger zum Liebling von Publikum und Politbüro, aber nicht glücklich. Am 13.6.1986 wird er tot aufgefunden.



In diesem Zeitzeichen erzählt Rüdiger Weidenfeld-Kramer:

  • wie ein singender Cowboy aus Colorado im real existierenden Sozialismus landet,
  • dass Reeds Erfolg in den USA eher übersichtlich ist, dafür in Südamerika umso größer,
  • wie Moskau Reeds propagandistisches Potential erkennt,
  • was es mit dem "Woodstock des Ostens" auf sich hat,
  • wie die "Perestroika" Reeds Stern zum Sinken bringt.

Dean Reed aus Colorado unterschreibt 1958 seinen ersten Schallplattenvertrag. Doch der Newcomer enttäuscht zunächst die hohen Erwartungen. Aber in Südamerika verkauft sich eine von ihm selbst geschriebene Teenager-Schnulze dagegen überraschend gut. Dean Reed folgt dem Erfolg und verlässt die USA Richtung Südamerika.

Nach einem Putsch wird Reed aber 1966 wegen pro-kommunistischer Aktivitäten aus Argentinien ausgewiesen. Ein Grund, ihn in die Sowjetunion einzuladen. Dean Reed ist einer der ersten Künstler, der in der UdSSR lange verpönte Musik auf die Bühne bringt.
Anfang der 1970er-Jahre zieht es Reed in die DDR. Er wird zum Dauergast in Radio, Film und Fernsehen. Immer zwischen Entertainment und Propaganda. Aber ab den 1980er-Jahren wollen immer weniger Menschen seine linientreuen Lieder hören. Die jungen Leute in der DDR sehnen sich nach "echten" US-Rockstars, wie etwa Bruce Springsteen.

Reed jagt dem künstlerischen Erfolg hinterher. Die politische Haltung rückt in den Hintergrund. Hinter der Fassade des stets gut gelaunten Entertainers vergrößert sich die Trübsal. Am 13. Juni 1986 setzt Dean Reed seinem Leben selbst ein Ende.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Stefan Wolle, Historiker, langjähriger wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums, Berlin
  • Stefan Ernsting, Der rote Elvis, Berlin 2006
  • "Gewünscht, gespielt, gewonnen" mit Dean Reed 08.06.1984, Radio DDR
  • "Eine Stunde mit Dean Reed" vom 05.10.1982, Berliner Rundfunk

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Rüdiger Weidenfeld-Kramer
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
Technik: Sarah Fitzek

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