Sie werden in der Südsee angeworben und dann im Kölner Zoo als angebliche "Menschenfresser" ausgestellt - am 12.6.1931 eröffnet im Kölner Zoo eine rassistische Show...
In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:
- was die Presse 1931 bei der Zurschaustellung von Menschen im Zoo gruselig findet,
- wie der Kölner Zoo den Eindruck eines exotischen Zuhauses in Neukaledonien vermitteln will,
- was heutzutage mit dem neuen Unterrichtsfach Geschichts- und Politikwerkstatt am Kölner Ursulinengymnasium gelehrt wird,
- wie der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer die Völkerschau als nationale Eigenwerbung verteidigt.
"Kannibalen aus der Südsee zum ersten Mal in Europa. 35 prächtige Gestalten von den Loyalty-Inseln", heißt es in einer Anzeige des Kölner Zoos vom 12. Juni 1931. Beworben wird eine so genannte Völkerschau. Der damalige Zoodirektor Friedrich Hauchcorne will damit den wirtschaftlich angeschlagenen Zoologischen Garten mit der Zurschaustellung von Menschen einer fremden Kultur wieder in die Gewinnzone bringen.
So genannte exotische Völkerschauen kommen in Europa Mitte des 19. Jahrhunderts als Folge von Imperialismus und Kolonialismus in Mode. Zwischen 1878 und 1932 werden im Kölner Zoo sieben solcher Ausstellungen präsentiert. Insgesamt werden in Deutschland in diesem Zeitraum mehr als 300 Menschengruppen zur Schau gestellt - vornehmlich bei Hagenbeck in Hamburg, im Berliner Tiergarten und auf der Münchner Wies'n.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen:
- Professorin Marianne Bechhaus-Gerst, Afrikanistin, Universität zu Köln
- Judith Schoene, Geschichts-Lehrerin, Ursulinengymnasium Köln
- Anna Shen-Hengsbach, Schülerin, Ursulinengymnasium
- Sophia Rosario, Schülerin, Ursulinengymnasium
- Didier Daenincks: Reise eines Menschenfressers nach Paris. Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer. Berlin 2001
Weiterführende Links:
- Planet Wissen: Deutsche Kolonien - Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit
- Planet Wissen: Geschichte der Zoos
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christoph Vormweg
Redaktion: David Rother
Technik: Thomas Bleul
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