Ohne Rennrad und Erlaubnis fährt der 65-Jährige "Stahl-Opa" das 1.700km-Rennen durch Schweden. Er schläft kaum - und gewinnt mit großem Vorsprung. Im Juni 1951 radelt er los.
In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand:
- warum Håkansson trotz Verbots einfach hinter den anderen Teilnehmern herfährt,
- wie der "Stahl-Opa" mit eisernem Willen und kaum Schlaf zur Sensation wird,
- wie aus einem belächelten Außenseiter plötzlich ein Volksheld wird.
Im Juni 1951 startet in Schweden ein Radrennen über mehr als 1700 Kilometer, vom hohen Norden bis in den Süden des Landes. Unter den Teilnehmern ist ein 65-jähriger Mann mit langem weißen Bart, Alltagsfahrrad und einer selbst gemalten Startnummer "0" auf der Brust: Nils Gustaf Håkansson. Eigentlich darf er wegen seines Alters gar nicht mitfahren. Trotzdem fährt er los und wird zur Sensation.
Während die anderen Fahrer nachts pausieren, radelt Håkansson weiter. Stunde um Stunde, Tag und Nacht. Bald berichten Zeitungen und Radio im ganzen Land über den bärtigen Radfahrer, der aussehe "wie ein Prophet aus dem Alten Testament". Tausende Menschen warten am Straßenrand auf ihn. Nach 6 Tagen und 14 Stunden erreicht er das Ziel, einen Tag vor allen anderen Fahrern. Aus dem alten Mann mit der selbst gemalten Null wird eine Legende: „Stålfarfar“- der "Stahl-Opa".
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Rikard Benny Liljegren (Journalist)
- Bengt Almquist (Leiter einer Ausstellung über Nils Gustaf Håkansson)
- Danny Kringiel: Der 66-Jährige, der auf sein Rostrad stieg und gewann (Spiegel 2021)
- Christian Brüngger: Wie Stahl-Opa mit einem Alltagsvelo zur Sensation wurde (Tagesanzeiger 2023)
Weiterführende Links:
- Johanna Museet: Dauerausstellung Nils Gustaf Håkansson
- Zeitzeichen: Mit Rad und Revolver: Heinrich Horstmann umrundet die Welt
- Zeitzeichen: Fahrrad und Feminismus: die irische Pädagogin Sophie Bryant
- Zeitzeichen: Der beste Radrennfahrer seiner Zeit: Eddy Merckx
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Kolja Sand
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
Technik: Moritz Raestrup
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