Seine Romane über Krieg und Heimkehr erreichten Millionen. Heinz G. Konsalik (geboren 28.5.1921) erzählt vom Leid deutscher Soldaten - und schweigt über ihre Schuld.
In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:
- wie der Zweite Weltkrieg Konsaliks Leben und Werk prägt,
- welche Botschaft sich durch Konsaliks Kriegsromane zieht,
- wie Konsalik ein Millionenvermögen verliert
- was Konsalik von deutschen Literaturkritikern hält.
Heinz G. Konsalik schreibt seine Romane über den Zweiten Weltkrieg in den 1950er und 1960er Jahren. Er beschreibt in diesen Büchern, was viele seiner Leser selbst erlebt haben und spricht so ein Millionenpublikum an. Als Autor setzt er sich nicht kritisch mit dem NS-Regime auseinander, wie es intellektuelle Schriftsteller wie Heinrich Böll, Thomas Mann, Wolfgang Borchert, Nelly Sachs oder Bertolt Brecht nach 1945 tun.
In den 1970er-Jahren wechselt Konsalik das Genre, schreibt Arztromane, Abenteuer- und Liebesromane. Er will damit Sehnsüchte bei seinen Lesern wecken, sie in fremde Welten entführen. In den 1990er-Jahren thematisiert er das immer stärker werdende Umweltbewusstsein.
Mit 71 Jahren lernt Heinz G. Konsalik während einer Asienreise die 44 Jahre jüngere Chinesin Ke Gao kennen. Sie bleibt die letzten sieben Jahre seines Lebens an seiner Seite. Die beiden ziehen nach Salzburg, denn neben dem Schreiben hat Konsalik noch eine zweite Leidenschaft: Er ist großer Richard Wagner-Fan, Dauergast bei den Bayreuther Festspielen. Heinz G. Konsalik stirbt im Oktober 1999 mit 78 Jahren in seiner Wahlheimat.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Christian Adam, Buchautor und Redakteur im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
- Christian Adam: Der Traum vom Jahre Null - Autoren, Bestseller, Leser. Die Neuordnung der Bücherwelt in Ost und West nach 1945. Berlin 2016.
- Heinz G. Konsalik: Der Arzt von Stalingrad. München 1994
- Heinz G. Konsalik: Liebesnächte in der Taiga. München 1966
Weiterführende Links:
- Stichtag: 19. November 1942 - Sowjetische Offensive bei Stalingrad beginnt
- Stichtag: 16. Juli 1985: Heinrich Böll stirbt in Kreuzau-Langenbroich
- Zeitzeichen: 14. August 1956 - Todestag von Bertolt Brecht
- Stichtag: 12. August 1955 - Todestag von Thomas Mann
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Andrea Klasen
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Sascha Schiemann
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